25.05.2019

The State of the German Internet und die sieben Todsünden

Die Keynote „State of the German Internet“ entwickelt sich zur Neujahrsansprache der Internetbranche. Am Mikrofon steht aber nicht die Digitalministerin, sondern kein Geringerer als der Gründer und Veranstalter des OMR-Festivals „himself“, Philipp Westermeyer. Mit dem Online-Marketing-Rockstar-Festival (OMR) ist es ihm gelungen, die größte Digitalkonferenz in Europa zu etablieren. 50.000 Menschen pilgerten zum Festival nach Hamburg trotz der parallel stattindenden Media-Convention/republica in Berlin.

GAFA und BAT

Was hat sich also in der deutschen Digitalbranche im vergangenen Jahr getan, wie schlagen sich die hiesigen Internetunternehmen im Vergleich zu den großen internationalen Plattformfirmen GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon) und BAT (Baidu, Alibaba, Tencent). Das sind zwei der zentralen Fragen, um die sich seine Keynote „State of the German Internet“ drehte.

Hoffnung für die digitalen Nachwuchsunternehmen

Westermeyer stellte kein gutes Jahr 2018 für die Deutschen aus, denn der Wert der deutschen börsennotierten Internetkonzerne sei im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. „Hoffnung geben aber diverse Finanzierungsrunden bei Unternehmen wie About You, Wirkaufendeinauto und Getyourguide, die teilweise in den dreistelligen Millionen-Euro-Bereich hineinreichen.“ Zudem machten auch die massiven Investments in deutsche Nachwuchsunternehmen Hoffnung. Darin sieht er die nächste Generation der Digitalunternehmen. Weltweit beobachte er massive Investments im Bereich Voice (USA) und Künstlicher Intelligenz (China).

Die sieben Todsünden als Markenhebel

Im Hauptteil seiner Rede erläuterte Westermeyer, was sich die Marketingbranche in Anlehnung an die sieben biblischen Todsünden für das Onlinemarketing abschauen könne. Die Sünden stehen nach der klassischen Theologie für sieben schlechten Charaktereigenschaften oder – in den Augen von Westermeyer – für beachtenswerte Markenhebel: „So kann man heutzutage Menschen begeistern. Packt sie bei ihren Instinkten, am besten bei den Urinstinkten.“

1. Zorn
Der Zorn auf eine Marke durch eine polarisierden Werbung kann letztes Ende erfolgreich sein.

2. Begehren
Die Kolloborationen von Marken untereinander weckt neue Begehrlichkeiten beim Kunden.

3. Neid
Die Verknappung eines Produktes führt zum Neid, wenn auch das Produkt nicht mehr dadurch verkauft wird.

4. Stolz
Aus Stolz auf das Insiderwissen werden Memes (virale Kurzvideos oder Pics) schnell verbreitet.

5. Geiz
Geiz in der Markenkommunikation gilt es geschickt zu aktivieren.

6. Gewohnheit
Klassische Kommunikationskanäle können wieder für das Onlinemarketing interessant sein.

7. Maßlosigkeit
Die Antwort auf die Maßlosigkeit der Follower sind Instagram Stories „bis der Arzt kommt“.

Festival der Superlative

Fazit: Das Festival war wieder eine Veranstaltung der Superlativen. In sieben Hallen versammelte sich während der vergangenen zwei Tage die internationale Digital-Branche, um die neuesten Produkte, Trends und Entwicklungen zu präsentieren und zu diskutieren. Das Themenspektrum reichte von neuesten Techniken, Tools und Strategien in den Bereichen Social Media, Search, Content- und Influencer-Marketing, E-Commerce Sport, Podcasts und Brand Building. Mehr als 400 Aussteller waren auf einer Fläche von 90.000 Quadratmetern mit eigenen Ständen vertreten.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Neben der Expo bot das Festival ein umfangreiches Rahmenprogramm. Besucher konnten sich in 150 Masterclasses zu verschiedensten Themenbereichen direkte Handlungsempfehlungen für ihr Marketing holen oder sich in 30 „Guided Tours“ über die Messe führen lassen. Neu in diesem Jahr war das Event „50/50@OMR“, mit Bundesjustizministerin Katarina Barley. Die Teilnehmer diskutierten hier zusammen mit Keynote-Speakern wie Emotion Chefredakteurin Katarzyna Mol-Wolf oder Christoph Bornschein, TLGG-Chef, über Chancen und Hindernisse für weibliche Führungskräfte innerhalb der Digitalbranche und wie das Ziel, 50 Prozent Frauen in die Chefetagen zu bekommen, erreicht werden kann.

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